Business Model Canvas
Nachdem wir uns zuvor mit Geschäftsmodellen und deren Finanzierung beschäftigt haben, werfen wir im nächsten Abschnitt einen Blick auf das Business Model Canvas (BMC).
Mit dem Wissen über Geschäftsmodellen und deren Finanzierung ermöglicht das BMC nochmals einen detaillierten Blick darauf, welche Komponenten für ein Geschäftsmodell essentiell sind bzw. welche Segmente bei der Entwicklung berücksichtigt werden sollten.
Das BMC wurde von Alexander Osterwalder im Jahr 2006 entwickelt (Osterwalder & Pigneur, 2011) und ist ein bewährtes Werkzeug zur Entwicklung von Geschäftsmodellen. Es besteht aus neun Bausteinen, die verschiedene Aspekte eines Geschäftsmodells betrachten und helfen, diese zu strukturieren. Das BMC ist ein dynamisches Arbeitsblatt, das eine systematische Annäherung an Geschäftsmodelle unterstützt. Es gibt dabei kein „richtig“ oder „falsch“ – vielmehr dient es als Hilfestellung und Orientierung bei Entscheidungen. In der Praxis ist es ein lebendiges Dokument, das regelmäßig angepasst werden kann und sollte.
Darstellung des BMC: Download

Abbildung 15: Business Model Canvas (BMC) – Geschäftsmodellplan (Eigene Darstellung in Anlehnung an Osterwalder & Pigneur, 2011)
Die neun Bausteine des BMC
Im Folgenden eine kurze Aufschlüsselung der neun Bausteine des BMC. Beim Ausfüllen empfiehlt es sich, mit den Kundinnen und Kunden zu beginnen (human-centered approach).
- Kundensegmente (Customer Segments): Welche Zielgruppen möchte das Unternehmen ansprechen? Wer sind die wichtigsten Kundinnen und Kunden und Nutzerinnen und Nutzer?
- Wertangebote (Value Propositions): Welchen Mehrwert bietet das Produkt oder die Dienstleistung? Welche Probleme werden gelöst? Welche Bedürfnisse erfüllt?
- Kanäle (Channels): Über welche Kommunikations- und Vertriebskanäle werden Kundinnen und Kunden erreicht? Wie wird das Wertangebot bereitgestellt?
- Kundenbeziehungen (Customer Relationships): Welche Art von Beziehung pflegt das Unternehmen zu seinen Kundinnen und Kunden – persönliche Beratung, Selbstbedienung, Community?
- Einnahmequellen (Revenue Streams): Wie erzielt das Unternehmen Umsätze? Welche Zahlungsmodelle und wiederkehrenden Einnahmen gibt es?
- Schlüsselressourcen (Key Resources): Welche physischen, intellektuellen, personellen und finanziellen Ressourcen sind erforderlich?
- Schlüsselaktivitäten (Key Activities): Welche zentralen Aktivitäten müssen durchgeführt werden (Produktion, Problemlösung, Plattform-/Netzwerkpflege)?
- Schlüsselpartner (Key Partners): Wer sind die wichtigsten Partnerinnen und Partner und Lieferantinnen und Lieferanten? Welche Partnerschaften sind entscheidend?
- Kostenstruktur (Cost Structure): Welche Fix- und variablen Kosten entstehen bei der Umsetzung des Geschäftsmodells?
Ergänzend finden Sie hier ein kurzes englischsprachiges Video, das die Grundidee und Struktur des BMC erläutert.
Erklärvideo zum Business Model Canvas (auf Englisch, 2 Min.): https://www.youtube.com/watch?v=QoAOzMTLP5s

Tipp: Sie können sich automatisch erzeugte Untertitel in einer Sprache Ihrer Wahl anzeigen lassen. Aktivieren Sie dazu bei YouTube die Untertitel, klicken Sie auf das Zahnrad-Symbol (Einstellungen), wählen Sie „Untertitel“ „Automatisch erzeugen“ und anschließend die gewünschte Sprache, z. B. „Deutsch“.
Das BMC bietet eine klare und visuelle Darstellung aller wichtigen Komponenten eines Geschäftsmodells auf einer einzigen Seite, was Übersicht und Verständlichkeit fördert. Es erleichtert die systematische Analyse und Diskussion von Geschäftsideen, da es verschiedene Aspekte wie Wertangebote, Kundenbeziehungen und Einnahmequellen strukturiert abbildet. Durch seine Flexibilität ermöglicht es schnelle Anpassungen und eignet sich ideal für dynamische Entwicklungsprozesse. Zudem unterstützt es die Zusammenarbeit im Team, da es ein einfach zu nutzendes, gemeinsames Arbeitswerkzeug ist.
Für Ihre Schülerinnen und Schüler bietet es die Möglichkeit, die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Segmenten zu verstehen und zu diskutieren. Im weiteren Verlauf dieses Kapitels stellen wir Ihnen eine praktische Übung zum BMC vor.