Social Entrepreneurship Begriffserklärung & Definitionen

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Um ein fundiertes Verständnis von Social Entrepreneurship zu entwickeln, lohnt es sich, zunächst die beiden Begriffe zu betrachten, aus denen er sich zusammensetzt: „Social“ und „Entrepreneurship“. Erst wenn beide Komponenten verstanden sind, ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild.

  • Social: Der Begriff „Social“ steht nicht nur für das Soziale im engeren Sinne, sondern umfasst auch ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen. Gemeint ist also alles, was gesellschaftlich relevant ist – ob Umwelt, Bildung, Gesundheit oder soziale Gerechtigkeit. Diese Perspektive erweitert den Blickwinkel und macht sichtbar, in wie vielen Bereichen Social Entrepreneurship wirken kann. (Sailer et al., 2021; Schwarz, 2014)
  • Entrepreneurship: Ursprünglich aus dem Französischen „entreprendre“ (etwas unternehmen oder tun) abgeleitet, umfasst Entrepreneurship mehr als nur das deutsche Äquivalent „Unternehmertum“. Es steht für die Fähigkeit, Ressourcen kreativ zu kombinieren, um Bedürfnisse zu befriedigen und Wert zu schaffen. Diese Definition geht zurück auf die Pioniere Jean-Baptiste Say und Joseph Schumpeter, die Entrepreneurship als die Umsetzung innovativer Ideen in wirtschaftliche Tätigkeiten hervorhoben, die durch Risikobereitschaft, Wissen und Innovationskraft geprägt sind (Sailer et al., 2021; Schwarz, 2014)

Wie in vielen Bereichen gibt es für Social Entrepreneurship bislang keine einheitliche Definition. In der Fachliteratur finden sich verschiedene Definitionen, von denen wir Ihnen hier drei vorstellen. Diese verdeutlichen die Vielschichtigkeit des Begriffs, wobei es noch zahleiche weitere Definitionen gibt:

„Soziales Unternehmertum ist unternehmerisches Denken und Handeln zum Wohle der Gesellschaft und zur Lösung oder Verbesserung gesellschaftlicher Missstände. Social Entrepreneurship wird sowohl von Non-Profit-Unternehmen betrieben, um durch die Gestaltungsspielräume des Unternehmertums ihre Mission besser erfüllen zu können, als auch von normalen Unternehmen, um gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Der Erfolg von Social Entrepreneurship wird nicht allein auf Basis finanzieller Profite, sondern anhand des gesellschaftlichen Nutzens bewertet.” (Achleitner, o. D.)“Social Entrepreneurs sind eine treibende Kraft für unsere Gesellschaft. Sie sind system-verändernde Unternehmer*Innen. Ihre Persönlichkeit, und damit auch ihr Engagement, ist geprägt von ihrem Bekenntnis zum Gemeinwohl.” (Ashoka Gründer, o. D.)„Das primäre Ziel von Social Entrepreneurship ist die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen. Dies wird durch kontinuierliche Nutzung unternehmerischer Mittel erreicht und resultiert in neuen und innovativen Lösungen. Durch steuernde und kontrollierende Mechanismen wird sichergestellt, dass die gesellschaftlichen Ziele intern und extern gelebt werden.“ (SEND, 2019)
Impulse für den Unterricht

Nutzen Sie diese Definitionen als Gesprächsanlass im Unterricht. Geben Sie den Lernenden die Möglichkeit, Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Zum Beispiel mit folgenden Fragen:

  • Welche Formulierungen fallen euch besonders auf?
  • Was ist allen Definitionen gemeinsam?
  • Wo unterscheiden sie sich?
  • Welche spricht euch am meisten an – und warum?
  • Könnt ihr anhand der Definitionen selbst erklären, was ein Sozialunternehmen ist?

Im weiteren Verlauf der Fortbildung verwenden wir vor allem die Definition von SEND e.V., da sie die zentralen Merkmale von Social Entrepreneurship besonders gut zusammenfasst. Selbstverständlich können Sie auch mit den anderen Definitionen arbeiten, je nachdem, was zu Ihrem Kontext passt.

Wichtig ist: Auch verwandte Begriffe wie Impact Entrepreneurship oder Substantial Entrepreneurship greifen ähnliche Prinzipien auf. Sie sind jedoch nicht vollständig synonym mit Social Entrepreneurship, sondern betonen jeweils unterschiedliche Schwerpunkte – etwa die Wirkung (Impact) oder die unternehmerische Nachhaltigkeit (Substantial).