Visualisierungen zum Stellen von Challenges

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Neben der Möglichkeit, eine klar formulierte Challenge zu nutzen, können Sie auch alternative Wege finden, um Ihren Lernenden Problemfelder innerhalb dieses Themas zu eröffnen. Bereits in Kapitel 1 haben wir Ihnen eine Visualisierung zum Thema Konsum und Lieferkette – am Beispiel eines T-Shirts im Vergleich zu Fairtrade und Fast Fashion – vorgestellt. Anbei erhalten Sie einen Überblick, was unter Visualisierungen verstanden wird und warum sie sich besonders gut zum Lernen und somit als Ausgangspunkt für eine Challenge eignen.

Visualisierungen

Unter Visualisierungen versteht man grafische Darstellungen von Informationen, Daten oder Konzepten, die das Ziel haben, das Verständnis und die Erinnerung zu fördern. Beim Lernen unterstützen sie den Lernprozess, indem komplexe Informationen und abstrakte Konzepte visuell anschaulich und verständlich dargestellt werden – Inhalte, die in schriftlicher Form oft schwerer zu erfassen wären (Preuß & Kauffeld, 2019). Damit kommt Visualisierungen eine zentrale Bedeutung beim Erlernen neuer Inhalte zu (Duval, 2006).

Dynamische interaktive Visualisierungen

Dank technischer Möglichkeiten werden Visualisierungen zunehmend dynamischer und interaktiver. Sie können Veränderungen über die Zeit hinweg darstellen (Ploetzner & Lowe, 2004). Besonders häufig kommen hier Videos oder Animationen zum Einsatz, die Lernenden zusätzlich die Möglichkeit geben, Einfluss zu nehmen – z. B. durch Klicken, Ziehen, Zoomen oder das Anpassen von Parametern (Wilzek, 2021). Eine typische Form der Interaktivität ist Drag-and-Drop, wie Sie es auch in dieser Fortbildung kennenlernen. Diese Art der Interaktivität hat nachweislich das Potenzial, den Lernerfolg zu steigern (Tversky et al., 2002).

Bei solchen Visualisierungen werden Informationen verbal und visuell präsentiert, was laut der Dual-Coding-Theorie (Paivio, 1986) das Behalten im Gedächtnis erleichtert. Einen weiteren Mehrwert bieten dynamische interaktive Visualisierungen gemäß der Theorie der Embodied Cognition (Clark, 1999), nach welcher die Lerninhalte effektiver verstanden werden, wenn Handlungen ausgeführt werden, die mit den gegenwärtigen kognitiven Prozessen übereinstimmen. In diesem Kontext bedeutet dies, dass interaktive Visualisierungen, die den Lernenden dazu anregen, aktiv zu handeln (z. B. durch das Verändern von Parametern), das Verständnis und die Erinnerungsfähigkeit verbessern, da die kognitiven Prozesse durch die physische Interaktion mit der Visualisierung unterstützt werden. Darüber hinaus verdeutlicht die Kognitive Theorie multimedialen Lernens (Mayer, 2009), dass multimediale Lernumgebungen, die visuelle und verbale Informationen kombinieren, die kognitive Belastung reduzieren und die Informationsverarbeitung verbessern können. Wissenschaftlich belegt werden konnte die positive Wirkung dynamischer, interaktiver Visualisierungen auf den kurzfristigen sowie langfristigen Lernerfolg im Vergleich zu statischen Visualisierungsformen (Findeisen et al., 2022). Auch auf die Motivation und Zufriedenheit der Lernenden kann sich diese Form der Visualisierung positiv auswirken.

Zusammenfassend zeigt sich: Dynamische, interaktive Visualisierungen haben das Potenzial, komplexe Inhalte anschaulich, verständlich und nachhaltig zu vermitteln. Sie können den Lernprozess unterstützen und fördern zugleich das kritische Denken der Lernenden.

Diese Visualisierungen möchten wir Ihnen in dieser Fortbildung ausführlicher vorstellen, um zu verdeutlichen, warum sie sich besonders für den Unterricht eignen. Zusätzlich finden Sie vorbereitete Videos, die einen möglichen Unterrichtseinstieg in das Thema zeigen. Begleitend dazu erhalten Sie kleine Aufgaben, die Anregungen geben, worauf beim Anschauen zu achten ist.

Einführung Visualisierungen:

Visualisierung zum Thema Lieferkette

Visualisierung zum Kohlenstoffdioxid-Ausstoß und Bruttoinlandsprodukt

Begleitvideos für den Unterrichtseinstieg

Die vorbereiteten Videos sollen Ihnen zeigen, wie man in das Thema einsteigen kann. Die Videos bieten praxisnahe Beispiele, wie solche Visualisierungen im Unterricht eingesetzt werden können, um Diskussionen zu starten oder Reflexionsprozesse anzuregen.

Aufgaben zu den Videos

Beim Anschauen der Videos könnten Sie sich beispielsweise folgende Fragen stellen:

  • Wie wird das Thema eingeführt? Achten Sie darauf, wie das Video den Zusammenhang zwischen der Visualisierung und dem Thema herstellt.
  • Welche Reaktionen könnten Lernende auf die gezeigten Inhalte haben? Überlegen Sie, wie Ihre Lernenden auf die Visualisierungen und das dargestellte Thema reagieren könnten.
  • Wie könnten Sie diese Herangehensweise in Ihrem eigenen Unterricht umsetzen? Reflektieren Sie darüber, wie die gezeigten Methoden und Visualisierungen in Ihren Unterricht integriert werden können.
  • Welche weiteren Möglichkeiten zum Einsatz von den Visualisierungen sehen Sie?
  • Wie würden Sie in die Visualisierung einführen?