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SDG und Sozialunternehmen

Die UN erkennt in Innovationen und neuen Ansätzen zur Bewältigung sozio-ökologischer Herausforderungen ein vielversprechendes Potenzial. In den vorangegangenen Kapiteln (Kapitel 2 & 3) wurde das Konzept der Sozialunternehmen bereits ausführlich behandelt. Laut UN, EU und Bundesregierung spielen sie eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der SDGs (Quaye et al., 2024; Frey Charitable Foundation, 2023). Die SDGs dienen Sozialunternehmen nicht nur als Orientierung, sondern auch als Leitfaden, um innovative Lösungen gezielt auf gesellschaftliche Herausforderungen auszurichten.

Auf nationaler, europäischer und globaler Ebene gewinnen Sozialunternehmen zunehmend an Bedeutung. Ihre Fähigkeit, flexibel und effizient auf gesellschaftliche Probleme zu reagieren, verschafft ihnen Vorteile gegenüber traditionellen Wohlfahrtsorganisationen und staatlichen Institutionen. Durch praxisorientierte Ansätze und die enge Verknüpfung mit den SDGs gelten sie als treibende Kraft, um die Ziele bis 2030 zu erreichen (Gehra, 2023, S. 15).

Warum Sozialunternehmen entscheidend für die SDGs sind (Ramya et al., 2024):

  1. Lösung gesellschaftlicher Probleme: Sozialunternehmen entwickeln innovative Ansätze zur Bewältigung zentraler Herausforderungen wie Armutsbekämpfung, Bildungsqualität, Gesundheit oder Umweltschutz.
  2. Nachhaltigkeit im Fokus: Sowohl das Konzept des Social Entrepreneurship als auch die SDGs betonen die Bedeutung nachhaltiger Lösungen. Sozialunternehmen entwickeln Modelle, die nicht nur kurzfristige Erfolge erzielen, sondern auch langfristig tragfähig sind und die Ressourcen der Erde schonen. Ihre Arbeit steht im Einklang mit den Grundprinzipien der Nachhaltigkeit, die für die SDGs von zentraler Bedeutung sind.
  3. Schnelles Agieren: Durch ihre Innovationskraft reagieren Sozialunternehmen flexibel, unbürokratisch und dynamisch auf neue Herausforderungen.

Insgesamt zeigt sich, dass Sozialunternehmen durch ihre Problemlösungsansätze und ihren Nachhaltigkeitsfokus entscheidend dazu beitragen können, die SDGs zu erreichen. Ihre dynamische und oft innovative Herangehensweise macht sie zu wichtigen Akteuren im globalen Bestreben, um eine nachhaltigere und gerechtere Welt zu schaffen. Somit orientieren sich SE auch an den SDGs und nutzen diese, um ihre Ziele sowie ihre Wirkung zu kommunizieren (Ramya et al., 2024).

Die SDGs fungieren dabei als universeller Referenzrahmen, der Unternehmen hilft, ihre Nachhaltigkeitsinitiativen transparent darzustellen und glaubhaft zu kommunizieren (Ramya et al., 2024). Unternehmen wie Siemens und Ikea nutzen die SDGs, um ihre Beiträge zu globalen Herausforderungen wie Klimawandel, geringeren Wasserverbrauch oder auch soziale Ungleichheit darzustellen. So können Fortschritte vergleichbar gemacht werden – ein Vorteil sowohl für Unternehmen selbst als auch für ihre Stakeholder.

Darüber hinaus bilden die SDGs eine gemeinsame Sprache für Unternehmen weltweit (PwC, 2016, S. 17; UN Global Compact, 2015, S. 4). Sie erleichtern es, globale Herausforderungen sichtbar zu machen und Erfolge zu messen. Nachhaltigkeitssiegel und ESG-Ratings dienen als Instrumente, diese Bemühungen zu bewerten und einzuordnen.

Es gibt inzwischen auch viele andere Nachhaltigkeitssiegel bzw. Möglichkeiten, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeit erfassen. Die SDGs sind eine dieser Initiativen.

Folgende Darstellung gibt einen Überblick, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeit erfassen:

Überblick wie Nachhaltigkeit in Unternehmen erfasst wird

Abbildung 24: Überblick wie Nachhaltigkeit in Unternehmen erfasst wird (Eigene Darstellung in Anlehnung an Korisanski, Meßmer, Vogel – Seminar SEE der TU München)

Standards: Standards bilden den Rahmen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung, damit diese strukturiert und effizient erfolgen kann. Rahmenwerke legen beispielsweise fest, welche Daten in welchem Format und in welcher zeitlichen Auflösung bereitgestellt werden müssen. Diese Standards können freiwillig für die ESG (Environmental, Social, Governance)-Berichterstattung verwendet werden.

Initiativen: Initiativen sind freiwillige Verpflichtungen, die als Nachweis für zusätzliche ESG-Bemühungen dienen.

Regulatory (Gesetzliche Vorgaben): Dies bezieht sich auf Gesetze, die verbindliche ESG-Anforderungen darstellen, die sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene gelten.

Ratings: ESG-Ratings werden verwendet, um Unternehmen auf der Grundlage ihrer ESG-Bemühungen in einzelnen Sektoren zu bewerten.