Wirkmodelle als ergänzende Geschäftsmodelle von Sozialunternehmen

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Im vorherigen Abschnitt haben wir uns intensiv mit Geschäftsmodellen befasst, darunter auch das SBMC, das – anders als das klassische BMC – das Thema Impact bzw. Wirkung bereits integriert. Doch was bedeutet „Wirkung“ in diesem Zusammenhang genau? Wie wirken Sozialunternehmen und welche Möglichkeiten zur Wirkungsbeschreibung und -messung gibt es?

Für Sozialunternehmen reicht es nicht aus, lediglich ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu verfolgen. Ihr Erfolg wird maßgeblich daran gemessen, ob sie eine signifikante Wirkung in Bezug auf soziale und ökologische Herausforderungen erzielen (Quilloy-Custodio et al., 2024, S. 1270). Beispiele hierfür sind ReCup (Reduzierung von Einwegbechern im To-Go Bereich), die Community Kitchen (Vermeidung von Lebensmittelverschwendung) oder Social Bee (Integration geflüchteter Menschen in den Arbeitsmarkt). Diese Organisationen streben neben der Gewinnerzielung eine positive gesellschaftliche Wirkung an und setzen sich dafür mit klarer Mission ein.

Herausforderung Wirkungsnachweis

Der Nachweis von Wirkung ist für Sozialunternehmen oft schwieriger als für klassische Unternehmen, die ihre Erfolge mit Bilanzen, Umsätzen und Marktanteilen belegen. Sozialunternehmen müssen ihre Wirkung auf andere Weise erfassen und sichtbar machen. Laut dem Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e.V. ist die Wirkungsmessung für Social Enterprises von entscheidender Bedeutung. Sie umfasst u.a.:

  1. Rechenschaftspflicht: Nachweis, dass Investitionen tatsächlich zu positiven Veränderungen führen.
  2. Kontinuierliche Messung: Ständige Überprüfung und Anpassung von Strategien und Ansätzen.
  3. Transparente Berichterstattung: Stärkt Vertrauen und Glaubwürdigkeit bei Stakeholdern.
  4. Fundraising: Ermöglicht Investoren und Förderern, den Einfluss ihrer Mittel nachzuvollziehen – erleichtert die Finanzierung.
Praxisbeispiel: Acker e. V.

Ein Vorreiter in der Wirkungskommunikation ist Acker e.V., der seit über zehn Jahren Wissen und Fähigkeiten zur Bewirtschaftung von Ackerflächen vermittelt – u.a. an Kinder in Kitas und Schulen. Acker e.V. untersucht gezielt, inwieweit seine Ansätze nachhaltige Effekte erzielen und nutzt dafür verschiedene Methoden der Wirkungsanalyse.

Modelle zur Wirkungsbeschreibung

Es sei darauf hingewiesen, dass in diesem Bereich der Wirkungsmessung aktuell intensive Bemühungen unternommen werden, um Standardisierungen und kontinuierliche Verbesserungen zu erreichen. Zur systematischen Beschreibung und Messung von Wirkung unterscheidet man häufig drei Ansätze (IMV-Lab, 2023, S. 69):

Die qualitative, quantitative und monetäre Wirkung. Inzwischen spricht man hier auch häufig von Wirkungsmanagement, das Sozialunternehmen betreiben müssen.

  • Qualitative Ansätze zur Wirkungsmessung basieren auf beschreibenden und wahrnehmungsbasierten Informationen. Sie sind daher besonders nützlich, um ein tiefes Verständnis der sozialen und ökologischen Auswirkungen eines Unternehmens zu erlangen.
  • Quantitative Ansätze fokussieren sich auf die zahlenmäßige Bewertung der sozialen oder ökologischen Auswirkungen eines Unternehmens, jedoch ohne diese in Geldbeträgen darzustellen.
  • Bei monetären Ansätzen zur Bewertung sozialer und ökologischer Auswirkungen werden quantifizierte und qualitativ bewertete Effekte in Geldbeträge umgerechnet, beispielsweise auf Grundlage entstandener Kosten, Schattenkosten oder der Zahlungsbereitschaft.

Diese Ansätze bieten eine prägnante und leicht verständliche Möglichkeit, wie die Wirkung von Sozialunternehmen systematisch erfasst und bewertet werden kann. Im weiteren Verlauf des Kapitels stellen wir Ihnen via Video noch einmal zwei Sozialunternehmen vor, die wir zu ihrem Wirkungsmanagement befragt haben. Zudem geben wir Ihnen noch einige Ideen und Materialien für den Einsatz im Unterricht an die Hand.